Die folgenden Merksätze wurden von Andreas Dölling und Dirk Hesse verfasst. Ich halte diese für sehr gelungen, da sie etliche Probleme bzw. Themen aufgreifen, die immer wieder in Kundenprojekten anzutreffen sind. Ich habe mir erlaubt, diese weiter zu kommentieren.

Webworker werden quasi mit Werkzeugen überschüttet. Der Reiz, stets das Neue (und vermeindlich bessere bzw.produktivere Tool) zu explorieren ist verlockend gross – vor allem dann wenn Dir die Werkzeuge angetragen werden. Sich über neue Werkzeuge zu informieren bzw. Trends zu begleiten ist sicherlich sinnvoll. Dies bedeutet aber keinesfalls dass man überall aufspringen muss.Nutze Werkzeuge, die Du beherrscht.

Ich habe etliche Projekte begleitet bei welchen zum Projektstart grosse inhaltliche Absichten bestanden. Bewirtschaftung ohne Ende. Content-Management-System zwingend. Personelle Ressourcen vorhanden. Die Ernüchterung folgte bereits einige Monate später: Keine Inhalte, verflossenes CMS-Wissen, fehlende Zeit.

Noch immer gibt es etliche klassiche Werbeagenturen, die digitale mit Broschüren, Flyern, Poster und Co. verwechseln. Es ist mir unerklärlich, wieso sich solche Agenturen nicht entsprechendes Wissen explit aneignen oder noch besser entsprechende Fachleute anstellen. Ich möchte mit Menschen Arbeiten, die sich bewusst sind, was die tun, gleichzeitig bereits sind zu lernen.

Bei Print-Design sage ich mir: Fahne einziehen und ausgebildete Fachleute beiziehen. Dabei muss es (überhaupt) nicht immer eine Agentur sein – es gibt viele sehr gute freischaffende Grafiker bzw. Typographen. Grundsätzlich sollte man sich als Webworker seinen Grenzen bewusst sein.

Teilweise herrscht ein wahrer SEO-Wahn um das „Keywording“. Da gehen die eigentlichen Inhalte bzw. die Kommunikationsanliegen gerne einmal vergessen. Dies gilt vor allem dann, wenn spezialisierte SEO-Unternehmen am Start sind.

Die Textqualität im Web ist häufig ungenügend. Dies vor allem darum, weil alle „rumtexten“ können und die Inhalte sofort sichtbar werden. Ein Gut zum Druck wie im Print gibt es nicht mehr. Eine Spielwiese für Buchstaben. Denke für immer daran wer Deine Texte liest.

Es ist nicht immer einfach, Kunden von Ideen bzw. vorgefassten Projektideen abzubringen. Sofern das Vertrauen und damit verbunden die Beratungsqualität zwischen Kunden und Auftragnehmer stimmt, sollte dieser Merkpunkte eigentlich selbstverständlich sein. Ehrlichkeit geht vor – schliesslich ist das Fachwissen und die Erfahrung beim Auftragnehmer. Der Fokus ist auf die Qualität zu richten, nicht auf Honorare.

Passt vielleicht nicht wirklich hierzu: Ich finde es wichtig, dass man auch einmal bereit ist, Dinge zu verwerfen. Vor allem wenn man merkt, dass es in die falsche Richtung läuft. Anstelle dann sich in Details zu verkriechen, hilft es häufig mehr noch einmal auf der grünen Wiese zu beginnen – sofern es der Kopf zulässt. Man sollte auch streng zu sich selber sein und Fehler eingestehen können.

Eine valide Website erachte ich heute als Defacto-Standard – so halten es auch die meisten etablierten CMS-Anbieter bzw. Agenturen.

Jeder macht es so gut wie er kann bzw. wie es sein Wissen und seine Erfahrung zulassen.

Bin ich froh, dass dieser Merksatz aufgeführt ist. Auch wenn sich das Innovationsrad sehr schnell dreht, so ist die Projekterfahrung bei „digitalen Projekten“ immens wichtig.

Dieser Merksatz gilt wohl für alle die ihn lesen – nicht nur für Webworker. Lass Dir die Arbeiten gut bezahlen, welche Du auch wirklich gut kannst. Delegiere die anderen, oder erlerne sie zu fairen Konditionen.

Ein zentrales Thema wie ich finde. Aber: Die Gefahr besteht, dass man zum Fachidioten wird, wenn man sich nur um Webtechnologien und Co. kümmert. Umso wichtiger ist es, dass man Neugierig ist und bleibt – und zwar nicht nur für Themen um die digitale Welt.

Weniger ist mehr. Klar, es geht auch kompliziert.

Das ist für Sie reserviert. Was halten Sie von diesen Merksätzen?