Häufig ist zu beobachten, dass nach Relaunch-Projekten von Websites sich das Ranking bei Suchmaschinen (drastisch) verschlechtert. Dieser Artikel soll aufzeigen, wie man diesem Problem entgegenwirken kann.

Wieso verschlechtert sich das Ranking bei einem Website-Relaunch?

Bei der Neuentwicklung einer Website verändern sich für das Suchmaschinen-Ranking massgebende Aspekte wie zum Beispiel:

  • Neue Technologie – damit verbunden eine veränderte Verarbeitungs-/Codequalität
  • Neu angelegte Informationsarchitektur
  • Veränderte URLs
  • Neue bzw. angepasste Inhalte
  • Domain-Wechsel
  • Provider-Wechsel (wobei der Impact hier vermutlich klein ist)

Je nach Situation sollten Massnahmen eingeleitet werden, um das vorgängig „hart erkämpfte“ Suchmaschinen-Marketing beizubehalten.

Entwicklungsumgebung (Stageserver) ausschliessen

In der Regel werden Website unter Subdomain, geschützten Verzeichnissen, oder aber schlichtweg URLs entwickelt die für Aussenstehende unsichtbar bleiben sollen. Zu diesen Aussenstehenden zählen natürlich auch die gierigen Suchbots, die nur so nach neuen zu indexierenden Inhalten lechzen.

Verzeichnisschutz beim Hostinganbieter

Massnahmen

  • Website per Login sperren (HTTP-Login)
    Einträge in .htaccess. Weitere Informationen unter https://wiki.selfhtml.org/wiki/Webserver/htaccess. Häufig lassen sich auch direkt beim Hostinganbieter über die Administrationsoberfläche „Verzeichnisschutz“ aktivieren, ohne dass man selber „codemässig“ aktiv werden muss.
  • Website per robots.txt vor Suchbots schützen
    das robots.txt kann grundsätzlich mit jedem beliebigen Texteditor bewirtschaftet werden. Weiter Informationen zur robots.txt-Datei.

Umleitungen

URL-Umleitungen sind ein unverzichtbares Element bei jedem Relaunch-Projekt. Die Absicht ist dabei bestehende, d.h. von Suchmaschinen indexierte, URL’s an neue (dem Relaunch angepasste) Adressen weiterzuleiten.

Idealerweise verwendet man hierfür sogenannte 301-Umleitungen, welche in der .htaccess-Datei angelegt werden. Der Google-Index wird durch die Umleitung einfach um die neue, gültige Adresse ergänzt bzw. die alte wird ersetzt. Ohne dieser Umleitungen würden die bestehenden Indexeinträge verloren gehen und man müsste mit der neu realisierten Seite quasi bei null beginnen – was mit grosser Wahrscheinlichkeit einen grossen Ranking-Absturz zur Folge hätte.

Bei grossen Website kann der Aufwand für die „Umleitungsarbeiten“ sehr zeit- und folglich kostenintensiv sein. In diesem Fall sollte zumindest die Google Search Console (Google Webmastertools) eingesetzt werden, um die „trafficstärksten“ Seiten (8-ung: ausschliesslich Google-Traffic) herauszulesen. Über die zur Verfügung stehende Exportfunktion kann die gesamte Liste exportiert werden. Es liegt dann an Dir zu entscheiden, was die Untergrenze für die Klicks ist, damit eine Weiterleitung eingesetzt wird. Selbstverständlich helfen in diesem Zusammenhang auch etablierte SEO-Tools und Analytics-Programme weiter.

WICHTIG: Bitte im Hinterkopf behalten: Die 301-Umleitung ist dafür zuständig, dass die Umleitung als solches funktioniert. Sie gewährleistet aber nicht, dass das vorhandene Ranking auch erhalten werden kann.

Massnahmen

  • Abbildung der vorhandenen URLs generieren
    Hierfür benütigt man ein Werkzeug mit welchem man „alle“ URLs einer Website auslesen kann. Xenu’s Link Sleuth leistet hier gute Dienste. Hilfreich kann sicherlich auch eine Software sein, die eine komplette Sitemap einer Website generiert.
  • Zuweisung zur neuen URLs machen
    Das ist sicherlich der mühsamste Teil der Arbeit. Jeder alten Adresse muss eine neue zugewiesen werden. Idealerweise wird das in eine Form gebracht, die nachher in der .htaccess weiter verwendet werden.
  • Einrichten von 301-Umleitungen mittels Texteditor in/als .htaccess-Datei
    Diese arbeiten werden in .htaccess erledigt. Eine gute Erklärung findest Du hier: http://301re.direct/

Umleitungen prüfen

Vor der Liveschaltung sollte geprüft werden, ob die Umleitungen auch wirklich funktionieren. Das mag sich jetzt banal anhören, aber der Syntax in der .htaccess-Datei muss fehlerfrei sein und häufig werden auch 302-Umleitungen (alle Seiten auf die Startseite) eingesetzt.

Massnahmen

Broken Link

Alle URLs korrekt umzuleiten gelingt nicht immer. Häufig kann es zu externen „Broken Links“ kommen, welche nach der Liveschaltung in einer 404-Meldung münden. Um für diesen Fall den Schaden so klein wie möglich zu halten sollte ein Backlink-Check durchgeführt werden. Damit werden Seiten ausgelesen, die einen Link auf die eigene Website beinhalten. Alle diese Seiten sollten dann ebenfalls mit einer 301-Umleitung versehen werden. Nach der Aufschaltung sollten natürlich ein erneuter Check durchgeführt werden.

Massnahmen

  • Backlinks heraus suchen und umleiten
    Hierzu verwendet man wohl am besten eines der kostenpflichtigen SEO-Tools, welche hierfür gut funktionieren. Häufig sind diese Tools, sofern sie nur für eine (kleine) Website eingesetzt werden kostenfrei. Beispiele: „Advanched Web Ranking„, „Majestetic„, „XOVI“ etc.

Änderung der Domain

Bei einem Wechsel der Domain, sollte in jedem Fall zusätzlich die Google Search Console (Webmaster-Tools) eingesetzt werden. Damit die „Domain-Meldung“ funktioniert, müssen die „alte“ und die „neue“ Adresse vorerst eingetragen werden bzw. schon sein. Danach kann die „Adressänderung“ ausgelöst werden, worauf Google die korrekte Umleitung prüft.

Änderungs der Domain anmelden

Massnahmen

  • Domainwechseln in der Google Search Console melden – vorgängig müssen alle Umleitungen eingesetzt sein.
    Einstellungen können direkt in den WebmasterTools gemacht werden.

Änderung des Protokoll

Immer häufiger werden Websites unter HTTPS betrieben. Diese Umleitung muss ebenfalls mit einer 301-Umleitung in der .htaccess-Datei eingerichtet werden.

Massnahmen

  • 301-Weiterleitung für Änderung Protokoll einrichten
    Klarer Fall für .httaccess. Ausführliche Erläuterung unter: http://301re.direct/

An was man auch noch denken sollte …

  • Unbedingt daran denken, dass auch andere Daten bzw. Verweise angepasst werden müssen. Beispielsweise Adwords-Pfade, den Product Feed, URL’s die irgendwo statisch (beispielsweise Footer E-Mails) eingesetzt sind.
  • Die „angemeldete“ XML-Sitemap muss aktualisiert werden – idealerweise einige Tage vor der Liveschaltung sollte die alte Sitemap aus der Google Search Console entfernt werden.
  • Beim Ändern des DNS-Eintrages eine tiefe TTL eintragen, damit die Website „flächendeckend“ in aktualisierter Form angezeigt wird.
  • Sollte es bei der Liveschaltung zu einem Unterbruch kommen, sollte sichergestellt sein, dass ein 503-Code ausgeleifert wird. Damit wird Google angezeigt, dass es sich um ein temporäres Problem handelt.

Checklisten unter t3n

Fazit

Bei der Überarbeitung einer bestehenden Website gibt es einiges zu beachten – losgelöst von der neuentstehenden Website. Je nach Komplexität der Website können diese Arbeiten umfangreich und teilweise auch anstregend werden, da viel Disziplin bzw. Genauigkeit gefordert ist. Klar ist, dass es diese Arbeiten aus SEO-Sicht aber auch gegenüber den Benutzenden einer Website zwingend braucht.